| Rat geht volles Risiko - Maximallösung für Supermarkt an der Trompete |
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| Freitag, den 30. September 2011 um 22:39 Uhr |
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In seiner gestrigen Ratssitzung vom 29. September 2011 hat der Leichlinger Rat mehrheitlich beschlossen, den Supermarkt an der Trompete mit einer Verkaufsfläche von 1.800 m² zu genehmigen. Entgegen der ausdrücklichen Empfehlung der Verwaltung und gegen den Kompromissvorschlag der SPD-Fraktion, der eine Verkaufsfläche bis maximal 1.600 m² vorsah, entschieden sich die Fraktionen der CDU, BWL, UWG, der parteilose Micklich und (aus meiner Sicht leider auch) die FDP-Fraktion für die maximale Lösung. Doch war diese Entscheidung auch eine kluge Entscheidung? Oder will man einfach nur mit dem Kopf durch die Wand? Die Stadtverwaltung hatte beauftragt durch den Rat im Vorfeld der Sitzung eine Verträglichkeitsstudie von der renommierten GMA Gesellschaft für Markt- Absatzforschung mbH erstellen lassen. Diese Studie sollte untersuchen, inwieweit die Trompete als Nahversorgungsstandort infrage kommt und verträglich ist mit dem Innenstadtprojekt, das in der städtebaulichen Entwicklung der Stadt Leichlingen absoluten Vorrang genießen soll. Auf die gesetzlichen Grundlagen und auf die Art der Berechnung und Ermittlung der Verträglichkeit soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Der interessierte Leser kann dies aus den erstellten Gutachten der GMA entnehmen, die unter diesem Artikel als Link zum Download bereitstehen. Die Aussagen und Empfehlungen des Gutachtens sind eindeutig und unzweifelhaft: • Die Trompete kommt als Nahversorgungsstandort infrage • als verträgliche Größe wurde eine Verkaufsfläche zwischen 1.250 m² und maximal 1.500 m² empfohlen Sicherlich kann über den einen oder anderen Parameter in der Analyse diskutiert oder gestritten werden, trotzdem würde es an der Richtigkeit und Plausibilität der Beurteilung und des Ergebnisses nichts ändern. Bei der Entscheidung haben die Fraktionen, die für die maximale Verkaufsfläche von 1.800 m² gestimmt haben, die Empfehlung einer erfahrenen und angesehen Gutachtergesellschaft gänzlich ignoriert und das vorliegende Gutachten brutal vom Tisch gefegt. Das ist schon sehr bemerkenswert. Meine Meinung: Bevor die Gutachten vorlagen habe ich auch für die maximale Lösung geworben. Sie haben mir aber gezeigt, dass es noch eine Vielzahl anderer Aspekte zu beachten gilt. Diese Einsicht hätte ich mir auch bei unseren Fraktionsmitgliedern und auf Seiten anderer Fraktionen gewünscht, vor allem aber mehr Objektivität in der Sache und mehr Respekt gegenüber den Gutachtern der GMA. Es darf angenommen werden, dass die nachbarschaftliche Konkurrenz in Langenfeld sich einen Markt dieser Größenordnung nicht widerspruchslos vor die Nase setzen lassen werden. Und es darf auch angenommen werden, dass der Regierungspräsident bei seiner Überprüfung eine um fast 80 % erhöhte Verkaufsfläche gegenüber der sogenannten Standort angepassten Verkaufsfläche, die laut Gutachten von 750 - 1.050 m² beträgt, kaum akzeptieren wird. Die Überprüfung wird das Vorhaben zumindest beträchtlich verzögern und am Ende wird der Regierungspräsident wohl eine verträgliche Größe festlegen. Man darf auf den Katzenjammer gespannt sein, wenn die Verkaufsfläche dann vielleicht nur noch 1.250 m² beträgt. Und an den Supergau, dass sogar Fördergelder aus der Regionale 2010 gestrichen werden könnten, mag man gar nicht erst denken. Ganz so unwahrscheinlich ist das nicht. DOWNLOAD: 1. GMA - Leichlingen Nahversorgungsstandort-Trompete 2011 2. GMA - Leichlingen Verkaufsflächen - Prognose 16.09.2011
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