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FDP lehnt Verlegung Wertstoffhof weiterhin ab PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 17. November 2011 um 21:01 Uhr
Die FDP lehnt eine Verlegung des Wertstoffhofes in den Gewerbegebiet Bremsen weiterhin ab. Wir halten dies aus folgenden Gründen für eine strategisch falsche Entscheidung:

1. Verlagerung der Verkehrsprobleme vom Stockberg in den Fresepark

2. Kostenberechnung irreführend und unvollständig

3. Abwertung und Minderung der Vermarktungsfähigkeit des Gewerbegebietes

4. Professionelle Vermarktung notwendig

 

1. Verlagerung der Verkehrsprobleme vom Stockberg in den Fresepark

 

Wir halten die Verlegung des Wertstoffhofes in das Gewerbegebiet Bremsen für nicht zielführend, weil sie die Symptome des Verkehrsproblems am Stockberg nicht beseitigt, sondern lediglich in das Gewerbegebiet Bremsen verlagert. Der Liefer-und Kundenverkehr der anliegenden Gewerbetreibenden würde in erheblichem Maße behindert und gestört werden. Dies kann nicht im Interesse der der Stadt Leichlingen und vor allem nicht im Interesse der Gewerbetreibenden liegen.

Die Verkehrsproblematik am Stockberg ist nicht in der mangelnden Kapazität des Wertstoffhofes begründet, sondern liegt ursächlich an den zu geringen Öffnungszeiten. Eine Erweiterung der Öffnungszeiten würde nach unserer Auffassung die Anlieferungen wesentlich entzerren und somit auch die verkehrlichen Probleme lösen.

2. Kostenberechnung irreführend und unvollständig

Die Verwaltung hat die Gesamtkosten für den Erwerb eines 3.000 m² großen Grundstücks im Gewerbegebiet Bremsen sowie die notwendigen Aufbauten zum Betrieb des Wertstoffhofes beziffert und die daraus resultierende Mehrbelastung pro Einwohnerwert dargestellt. Das ist nach unserer Auffassung aber nicht ausreichend, um aber die "verlagerte" Verkehrsproblematik zu lösen. Es genügt eben nicht nur die Kapazitätserweiterung des Wertstoffhofes, die perspektivisch möglicherweise notwendig ist, sondern es bedarf auch zwingend der Erweiterung der Öffnungszeiten. Diese Kosten würde die Mehrbelastung pro Einwohnerwert noch einmal nahezu verdoppeln. Irritierend ist auch, dass der Kämmerer in seiner im März 2010 vorgelegten ausführlichen Beschreibung über die Kosten und Belastung einer Verlegung des Wertstoffhofes sogar eine Reduzierung der Öffnungszeiten vorgeschlagen hat. Dies steht nach unserer Auffassung in krassem Widerspruch zur Lösung der Verkehrsproblematik, sie würde dadurch noch in erheblichem Maße verschärft werden. Es drängt sich deshalb die Vermutung auf, dass der eigentliche Hintergrund der Verlegung des Wertstoffhofes nicht die Lösung der Verkehrsprobleme am Stockberg ist, sondern vielmehr die (Teil-)beseitung der finanziellen Probleme hinsichtlich der Vermarktung des Gewerbegebietes Bremsen.

3. Abwertung und Minderung der Vermarktungsfähigkeit des Gewerbegebietes

Es steht außer Frage, dass die Verlagerung des Wertstoffhofes in das Gewerbegebiet Bremsen nicht zur Attraktivitätssteigerung beiträgt, sondern eher eine gegenteilige Wirkung bei möglichen Interessenten für den Erwerb von Grundstücken auslösen wird. In der ohnehin bereits schwierigen Vermarktungssituation, in der das Gewerbegebiet Bremsen sich befindet, kann das keine Alternative sein. Es würde die finanziellen Risiken für die Stadt Leichlingen in erheblichem Maße erhöhen. Im Übrigen halten wir die Idee im Antrag der SPD-Fraktion, die Ansiedlung eines Wertstoffhofes in ein Gebiet, das möglicherweise bald mit Glasfaserkabel ausgestattet sein wird, für genauso wenig attraktiv und sinnvoll wie die Errichtung eines Kleingewerbehofes für Jungunternehmer in einem Gebiet, das perspektivisch nur über Internet im Schneckentempo verfügen wird.

4. Professionelle Vermarktung notwendig

Die mit der Verlegung des Wertstoffhofes in das Gewerbegebiet Bremsen verbundene finanzielle Entlastung der Grundstücksentwicklung Leichlingen GmbH (GEL) ist nach unserer Auffassung nur von kurzfristiger Dauer. Perspektivisch werden sich die anderen Grundstücke wie bereits oben beschrieben nur noch schwer vermarkten lassen. Wir sind der festen Überzeugung, dass kurzfristig die Vermarktungsstrategie verändert und die Ausführung in professionelle Hände gelegt werden muss. Wir sind uns alle bewusst, dass die Stadt Leichlingen im Vergleich zu benachbarten Kommunen erhebliche Standortnachteile hat. Nimmt man noch hinzu, dass man im Vergleich zur Kommune Langenfeld auch noch erhebliche Defizite und mangelnde Erfahrung in der professionellen Vermarktung vorweist, muss man erkennen, dass die Vermarktung des Gewerbegebietes nur noch über eine Komponente zu lösen ist. Nach unserer Auffassung ist diese Komponente kurzfristig in Betracht zu ziehen, um die Stadt Leichlingen vor einem noch größeren Verlust in der Zukunft zu bewahren. Es ist sicher schmerzlich zu erfahren, dass man sich in der Vergangenheit in der Einschätzung der Vermarktungsfähigkeit geirrt hat. Doch dies ist auch schon anderen Investoren wie zum Beispiel dem legendären Warren Buffet passiert. Was ihn jedoch auszeichnet, ist die Tatsache, sich rechtzeitig im Sinne der Verlustminimierung von einem Investment zu trennen. In diesem Sinne sind wir der Auffassung, dass dieser Ansatz in der nächsten Gesellschafterversammlung zwingend diskutiert werden muss.

 


 

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